
Der bärtige Amerikaner liebt Kuba und die Lebensart der Kubaner über alles. Auf der Insel hat Ernest Hemingway sich unter den Einheimischen schnell einen ansehnlichen Freundeskreis aufgebaut, auch zu Schriftstellern wie Enrique Serpa, Fernando Campoamor und Nicolás Guillén kommt er in Kontakt. Seine amerikanischen Landsleute hält er hingegen auf Abstand.
Auf der Insel, in der Altstadt von Havanna, in San Francisco de Paula oder in Cojímar ist der bärtige Autor aus Chicago bekannt wie ein bunter Hund. Wenn Mister Guey, so wird er im Volksmund verballhornt genannt, irgendwo auftaucht, bildet sich rasch eine Menschentraube, die Kubaner umringen ihn und man hört die Leute wild und fröhlich Papa, Papa rufen.
Seine Glückseligkeit in den Tropen wird zur Grundlage eines erfüllten Alltags und zur Inspiration für sein literarisches Werk. Seine enge Beziehung zu Kuba beruht auf zahlreichen Glücksfällen, darunter die Natur, die Bewohner und die kulturelle Inspiration. Das warme Klima, das weite Meer und die tropische Landschaft entsprechen seinem Bedürfnis nach einem intensiven und naturnahen Leben.
Neben der tropischen Flora und Fauna schätzt Ernesto die Bewohner wie auch deren Lebensweise. Der Autor aus Oak Park empfindet die Kubaner als offen, lebensfroh und unverstellt. Im Gegensatz zur hektischen und leistungsorientierten Gesellschaft der USA genießt er in den Subtropen eine entspannte und natürliche Lebensart.
Der Nobelpreisträger von 1954 fühlt sich in Havanna nicht als berühmter Schriftsteller, sondern als Teil des gewöhnlichen Lebens. Er geht einkaufen, schlendert am Malecón entlang und besucht die Bars und Cafés. Auf den Straßen und in den Lokalitäten trifft er schnell auf Freunde und Bekannte. Die soziale Nähe in den Tropen tut ihm gut.
Auf seinem Anwesen Finca Vigía gönnt er sich ausreichend Ruhe, um vormittags zu schreiben. In der zweiten Tageshälfte widmet er sich seinen Hobbys und den Abenteuern. Von ersten Morgenlicht bis zum Mittagessen schreibt er bienenfleißig, am Nachmittag geht es dann meist nach Cojímar zu seinem Boot und er fährt in die Hauptstadt.
Ein solch strukturierte Tagesablauf hilft ihm, sich ganz auf seine Arbeit zu konzentrieren, nur wenig stört ihn auf der entlegenen Finca. Gleichzeitig kann Ernest Hemingway seinem Ideal eines unabhängigen Lebens folgen. So wird Kuba für ihn zu einem Ort, an dem er sich selbst verwirklichen kann. Nichts engt ihn ein.
Darüber hinaus spielt die Insel eine wichtige Rolle für seine Identität als Schriftsteller. Viele seiner Werke entstehen dort oder werden stark von seinen Erlebnissen beeinflusst. Die Themen Mut, Ausdauer, Kampf gegen die Natur und Würde des Menschen, die für sein Schreiben so typisch sind, finden in der kubanischen Umgebung einen passenden Hintergrund.
Kuba ist für den bärtigen Autor nicht nur ein Ort der
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